Operative Behandlung

Lymphbahnschonende Liposuktion – geplant in Etappen

Die Liposuktion ist derzeit die einzige Behandlung, die krankhaft vermehrtes Lipödemfett dauerhaft entfernt. Entscheidend ist dabei nicht die Absaugmenge, sondern die Technik: in Faserrichtung, lymphbahnschonend, mit klaren Grenzen pro Sitzung.

Voraussetzung: gesicherte Diagnose, dokumentierte konservative Therapie und ein stabiles Gewicht in den Monaten vor dem Eingriff.
Absaugkanülen und sterile Schlauchsysteme auf einem OP-Tuch
WAL & VAL
lymphbahnschonend
2–4
Sitzungen typisch
6 Wochen
Kompression
Verfahren

Zwei Absaugmethoden – und wann wir sie kombinieren

Wir wählen die Methode nach Gewebebefund: weiches Gewebe im Stadium I bis II, derbe und fibrosierte Areale im Stadium II bis III, voroperierte Regionen.

Methode A

Wasserstrahl-assistierte Liposuktion (WAL)

Ein feiner Flüssigkeitsstrahl löst die Fettzellen aus dem Gewebeverband, ohne Lymphgefäße, Nerven und Bindegewebe mechanisch zu durchtrennen. Abgesaugt wird in Faserrichtung.

  • Sehr lymphbahnschonend
  • Geringere Schwellungs- und Hämatomneigung
  • Gute Kontrolle der Absaugmenge in einer Sitzung
Methode B

Vibrations-assistierte Liposuktion (VAL)

Eine oszillierende Kanüle löst derbe, fibrosierte Fettareale schonend heraus – besonders geeignet in fortgeschrittenen Stadien und bei voroperiertem Gewebe.

  • Stärke bei derbem Gewebe im Stadium II–III
  • Gleichmäßige Konturierung großer Areale
  • Kombination mit WAL in einer Sitzung möglich
Ergänzend

Thermische Hautstraffung

Bei größeren Absaugmengen oder schwacher Hautelastizität kann ein laserbasiertes Verfahren (Leonardo Laser) die Kollagenbildung anregen und die Hautretraktion unterstützen.

  • Verbessert Hautrückbildung nach großvolumiger Absaugung
  • Alternative bzw. Vorstufe zur späteren Straffungsoperation
  • Indikation immer individuell
Behandlungsareale im Vergleich
VerfahrenArme komplettBeine vorneBeine hinten
Typische ArealeOberarme zirkulär, AchselvorderwandReiterhosen, Oberschenkel innen/vorne, KnieinnenseiteGesäßunterpol, Oberschenkel hinten, Unterschenkel
OP-Dauerca. 2,5 Std.ca. 3 Std.ca. 3 Std.
BetäubungVollnarkoseVollnarkoseVollnarkose
Aufenthaltmindestens 1 Nacht empfohlenmindestens 1 Nacht empfohlenmindestens 1 Nacht empfohlen
Arbeitsfähigkeitca. 10 Tageca. 2 Wochenca. 2 Wochen
Sportca. 2 Wochenca. 2 Wochenca. 2 Wochen
Kompression6 Wochen durchgehend6 Wochen durchgehend6 Wochen durchgehend

Angaben sind Erfahrungswerte und können je nach Ausdehnung und Stadium abweichen.

Ablauf

Von der Etappenplanung bis zur Nachsorge

Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose. Lipödem-Patientinnen empfehlen wir grundsätzlich mindestens eine Nacht Aufenthalt.

  1. 01

    Etappenplanung

    Je nach Stadium und Ausdehnung sind mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Monaten notwendig. Wir legen die Reihenfolge nach Beschwerdeschwerpunkt fest – nicht nach Optik.

  2. 02

    Vorbereitung

    Anästhesiegespräch am Vortag, antibakterielles Duschgel ab drei Tagen vorher, kein Nikotin, keine blutverdünnenden Medikamente ohne Absprache, sechs Stunden Nahrungspause.

  3. 03

    Der Eingriff

    Anzeichnung im Stehen, Vollnarkose, Infiltration der Tumeszenzlösung, lymphbahnschonende Absaugung in Faserrichtung über wenige Millimeter kleine Zugänge.

  4. 04

    Erste Tage

    Mindestens eine Nacht Überwachung, Kompression direkt im Anschluss, Nachlaufen der Tumeszenzflüssigkeit über 24–48 Stunden, frühe Mobilisation.

  5. 05

    Nachsorge

    Kompression sechs Wochen durchgehend, manuelle Lymphdrainage nach Bedarf, Kontrollen, Narben- und Gewebepflege. Das endgültige Ergebnis zeigt sich nach sechs bis zwölf Monaten.

Was Sie erwarten können

Nutzen, Grenzen und Risiken

Wir sprechen beides an: den gut belegten Gewinn an Lebensqualität und die Risiken eines großen Eingriffs am Weichgewebe.

Realistischer Nutzen

  • Deutliche und meist dauerhafte Reduktion von Druck- und Spontanschmerz
  • Weniger Spannungsgefühl, geringere Hämatomneigung
  • Bessere Beweglichkeit, oft reduzierter Kompressionsbedarf
  • Abgesaugte Fettzellen bilden sich nicht neu

Risiken & Grenzen

  • Schwellung, Hämatome und Taubheitsgefühl über Wochen
  • Konturunregelmäßigkeiten, Dellen, selten Serome oder Infektionen
  • Hautüberschuss bei großvolumiger Absaugung – ggf. Straffung im zweiten Schritt
  • Nicht behandelte Areale können weiter fortschreiten; Folgeeingriffe sind möglich
  • Thromboserisiko – Prophylaxe und frühe Mobilisation sind Pflicht

Diese Darstellung ersetzt keine ärztliche Aufklärung. Vor jedem Eingriff besprechen wir Nutzen und Risiken individuell und schriftlich mit Ihnen.

Nach der Operation

Hautqualität und Gewebestraffung

Gerade bei größeren Absaugmengen und in fortgeschrittenen Stadien entscheidet die Hautrückbildung über das Ergebnis.

  • Kompression über sechs Wochen durchgehend – der wichtigste Faktor für die Retraktion
  • Manuelle Lymphdrainage nach Bedarf, Anleitung zur Selbstdrainage
  • Optional thermische Hautstraffung (Leonardo Laser) zur Anregung der Kollagenbildung
  • Bei ausgeprägtem Hautüberschuss: geplante Oberschenkel- oder Oberarmstraffung im zweiten Schritt
  • Endgültige Beurteilung von Kontur und Haut nach sechs bis zwölf Monaten
Ergänzend

Thermische Hautstraffung mit Leonardo Laser

Bei nachhinkender Haut kann eine minimalinvasive Laserstraffung die Retraktion unterstützen. Sie ist eine reine Eigenleistung und läuft daher über unsere ästhetische Marke JugendLiebe – dort finden Sie Ablauf, Areale und Kosten.

Die operative Behandlung erfolgt durch unser Team aus Fachärztinnen für Plastische und Ästhetische Chirurgie – mit lymphbahnschonender Technik, sorgfältiger Nachbetreuung und einer Planung, die sich am Beschwerdeschwerpunkt orientiert.

Beratung & Termin

Operative Beratung zum Lipödem

Wir legen gemeinsam Areale, Reihenfolge und Zeitplan fest – und Sie erhalten einen schriftlichen Kostenplan über alle geplanten Etappen.